Die Maschenprobe – warum eigentlich?

Warum soll man sich eigentlich die ganze Arbeit mit der Maschenprobe machen? Wozu ist die gut? Und was soll schon passieren, wenn man diesen Schritt überspringt? Oder gibt es einen Strick-Gott, der einen dann verhext…? Hmm, wahrscheinlich nicht – auch wenn es sich fast so anfühlen wird, als wäre das Projekt verhext, weil es die falsche Größe hat, obwohl man sich doch ganz genau an die Anleitung gehalten hat…

Maschenprobe – Gaaaanz von vorn

Also von vorn. Logischerweise besteht so ein Schal, Pullover, Tuch, etc. aus jeder Menge Maschen. Meist eine definierte Anzahl in Länge und Breite. Die Größe dieser Maschen bestimmt also die Größe des fertigen Stücks. Strickanleitungen geben meist die Anzahl der Maschen und Reihen (bzw. Runden) an, die man stricken soll. Sind dann meine Maschen größer als die des Designers, ist mein fertiges Stück auch größer. Das funktioniert natürlich auch umgekehrt, wenn meine Maschen kleiner sind. Das kann bei der Menge an Maschen aus denen z.B. so ein Pullover besteht leicht eine ganze Größe ausmachen.

Was aber, wenn man sich einfach sklavisch an die in der Anleitung angegebene Kombination von Garn und Nadel hält? Kann man sich die Maschenprobe nicht wenigstens dann sparen? Die Antwort ist einfach: nein. Denn jeder strickt anders. Mit der selben Kombination aus Garn und Nadelstärke bekommt der eine Stricker ein festes Gestrick heraus, das praktisch von alleine steht (und kleinere Maschen hat) und der andere ein weich fließendes (weil er lockerer strickt und die Maschen größer werden). Deshalb werden auch auf den Garn-Banderolen zwar nur eine “ideale” Maschenprobe, aber immer mehrere Nadelstärken dazu angegeben. Jeder strickt halt unterschiedlich fest. Und damit wären wir bei noch einem Grund, weshalb die Maschenprobe (auch für kleine Stücke) wichtig ist: der Fall bzw. die Festigkeit des produzierten Gestricks. Auch das lässt sich mit wenig Aufwand so testen.

Maschenproben

Damit man am Ende der ganze Strickerei auch wirklich genau das in den Händen hält, was man haben wollte, ist eine Maschenprobe also unerlässlich. Wie die dann genau aussieht, damit sie funktioniert und wann man sie vielleicht doch umgehen kann, erkläre ich dann nächste Woche. (Denn es muss immer ein Ausnahme geben, die die Regel bestätigt!)

Veröffentlicht von

herrlichkeiten.net

Antworten