Der Mantel

Vor 5 Jahren habe ich diesen Mantel genäht. Damals dachte ich, es wäre eine gute Idee, einem Freund einen Mantel zu nähen, weil er nichts nach seinem Geschmack fand. Ja, klar! Es fing damit an, dass wir eine ziemlich klare Idee davon hatten, wie der fertige Mantel aussehen sollte. Dass die Schnittabteilung für Männer ziemlich beschränkt ist, war mir vorher klar, aber, dass sie sich als so klein und einfallslos erweisen würde, darauf war ich nicht gefasst. Das Angebot umfasste leider nur 2 Alternativen: gerade und lässig und gerade fürs Business. Ergebnis: ich habe begonnen, mich mit den Erstellen von Schnitten zu befassen. Nach etwas tüfteln und mit Hilfe der Bibliothek (Konstruktionen nach Müller und Sohn funktionierten dabei am besten) habe ich den Mantelschnitt tatsächlich hinbekommen.
Der Plan: Die Inspiration waren altmodische russische Militärmäntel.
Der Mantel sollte die breiten Schultern betonen, tailliert sein und dann nach unten wieder etwas mehr “Beinfreiheit” bieten. Eine Kapuze sollte er auch haben.
Der Schnitt: Ich habe ganz klassisch einen Grundschnitt mit den Maßen des Probanden und den für Mäntel (laut Buch) üblichen Zugaben konstruiert. Dann habe ich Vorder- und Rückenteil durch senkrechte Teilungsnähte (heißt das bei Männern auch “Wiener Nähte”?) geteilt und so die leichte Taillierung und das spätere sanfte Ausstellen unauffällig einarbeiten können. Für die Kapuze habe ich bei einer schon vorhandenen “abgeguckt”, weil mir die Konstruktion im Buch nicht so tragefreundlich erschien. Es hat ein oder zwei Nesselmodelle gebraucht, aber der Mantel sitzt und wird immer noch gern getrage
n. Allerdings muss das Futter (siehe Bild letzter Post)
allmählich mal ausgetauscht werden.
*Die Bilder wurden auf einer alten Schneiderpuppe gemacht und zeigen den Mantel nach 5 Wintern intensiver Nutzung.*

5 years ago I made this coat. I thought then, it would be a good idea to sew a coat for a friend who didn’t find one to his liking. Yeah, I thought! For a start we had a quite clear idea how the finished coat should look. I was aware that the range of patterns available for men was quite limited, but that it would prove to be so small and uninspired, really surprised me. There were only 2 alternatives: straight & casual and straight & formal. So this resulted in me starting to draft patterns. After a bit of trail and error a
nd a little help of the puplic library (construction by Müller & Sohn) I actually did a coat pattern to size.
Idea: Oldfashioned Russian military coats were the inspiration. The Coat had to fit nicely on the broad shoulders, curve in a bit in the mid section and then have enough ease on the legs to make moving around easy. And it had to have a hood.
The pattern: I drafted a classic coat sloper based on the measurements of my subject and the usual (said the book) addition for ease. Next I seperated the front and back pieces by vertical seams. That made taking in at the waist and curving out for the legs pretty unobstrusive. I copied the hood of one I already owned. The suggested method to drafting one didn’t seem too wearer friendly. It did take me one or two muslins to ge
t it right, but the coat fits just right and is still in use. Only the lining (see close-up in last post) has to be renewed soon.
*The pics are made on an old dressform I own and show the coat after 5 winters of usage.*

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